Was ich erreichen möchte: Meine Schwerpunkte für eine 2. Amtszeit
Wirtschaft und Finanzen: Eine starke Wirtschaft und solide Finanzen bilden die Basis für eine sozial-gerechte Stadt. Es gilt für die bereits ausgewiesenen Gewerbeflächen Baurecht zu schaffen, um Unternehmen ansiedeln zu können. Die Wirtschaftsförderung bleibt daher Chefinnen-Sache. Wir müssen die Einnahmeseite stärken.
Wir stellen die Verwaltung konsequent weiter neu auf. Wir bündeln Aufgaben, und nicht jede freiwerdende Stelle wird automatisch wieder besetzt. Was digital geht, wird digital gemacht – persönlich bleibt das Rathaus trotzdem.
Auch die Pflichtaufgaben kommen auf den Prüfstand. Was wir tun müssen, schreiben uns Bund und Land vor. Aber wie wir es tun, entscheiden wir selbst – etwa beim Freibad, ob wir 25- oder 50-Meter-Bahnen bauen.
Wohnen, Mobilität und Klimaschutz: Es geht darum, eine Stadt gerecht zu entwickeln. Die größte soziale Frage in unserer Region ist das Wohnen. 432 Haushalte mit über 1.100 Menschen warten in Oberursel auf eine geförderte Wohnung. Hinter jeder dieser Zahlen steht eine Familie, eine Alleinerziehende, ein Rentner.
Deshalb gilt bei jedem neuen Bebauungsplan: 30 Prozent bezahlbarer Wohnraum. Das ist für mich beim Gespräch mit Investoren nicht verhandelbar. Erbpacht ist bei den Grundstückspreisen die Voraussetzung dafür, dass in Oberursel überhaupt noch bezahlbar gebaut werden kann.
Seit November 2025 ist unsere Innenstadt erstmals in einem Städtebauförderprogramm. Zehn Jahre lang können wir unser Zentrum gezielt entwickeln – das Rathausareal, die Vorstadt, den Urselbach. Das dient dem Klimaschutz, genauso wie eine Mobilität, die dem Miteinander unterschiedlicher Verkehrsträger gerecht wird.
Familien und Generationen: Generationengerechtigkeit heißt für mich: Wir spielen keine Generation gegen die andere aus. Nicht Jung gegen Alt – sondern Jung mit Alt. Wer sein Leben lang Oberursel mitgetragen hat, soll hier auch gut alt werden können. Mehr barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen sowie eine neue Tagespflege stehen auf meiner Agenda.
Qualitativ hochwertige Betreuungssicherheit in Kitas ist notwendig, damit Familien ihre Kinder gut betreut wissen.
Der Jugendrat wird auch künftig in der Politik Gehör finden.
Vereine und Kultur: Der Zugang zur Kultur und ein aktives Vereinsleben sind kein Luxus. Sie bedeuten Teilhabe aller unabhängig von ihrer Herkunft, unabhängig vom Geldbeutel, am Stadtleben, an einer aktiven Stadtgesellschaft.
Unverzichtbar ist für mich die Stadtbücherei, ein Ort der Bildung für alle Generationen. Hier zu sparen wäre für mich eine Bankrotterklärung für unsere Stadt.
Was uns herausgefordert hat – Globale Krisen, regionale Wirkung
Meine erste Amtszeit begann mitten in der Corona-Pandemie. 2022 kamen die Energiekrise und der Krieg in der Ukraine dazu. Und in diesem Sommer haben wir gespürt, was Hitze für eine Stadt bedeutet.
Im Rathaus haben sich fast 1.400 Menschen impfen lassen, versorgt von Ehrenamtlichen des Netzwerkes Bürgerengagements in Oberursel. In der Energiekrise hat „Oberursel rückt zusammen“ Vereine und Kirchengemeinden zusammengebracht – warme Räume, offene Türen, keiner allein.
Und wir haben rund 800 Menschen aus der Ukraine aufgenommen, vor allem Frauen und Kinder. Privatleute, Unternehmen und Vereine haben angepackt, die Verwaltung hat die Hilfe gebündelt. Wir haben die Herausforderungen gemeistert. Gemeinsam haben wir mehr erreicht.